Auf ein Wort

Leitartikel aus unserem Gemeindebrief November/Dezember 2022

von Michael Oberländer

Monatsspruch Dezember 2022:

Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein.
Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie.
Jesaja 11,6


Liebe Leserinnen und Leser,

während ich diese Zeilen schreibe, stehe ich noch ganz unter dem Eindruck der eben gehörten Nachrichten der Tagesschau in der ARD. Der Krieg in der Ukraine tobt nach wie vor, der russische Präsident Putin hat die Teilmobilmachung angeordnet; viele Mütter, Ehefrauen und Kinder bangen um Söhne, Ehemänner und Väter. Zahlreiche junge Männer verlassen ihre russische Heimat … – es ist Krieg, doch sie gehen nicht hin.

So ist die Lage gegen Ende September 2022.

Wie wird sie sich im November und wie im Dezember, im Advent 2022, darstellen?

Nicht wenige Menschen fragen, ob es in diesem Jahr überhaupt angemessen ist, die Wohnung, die Fenster oder den Garten adventlich zu schmücken. Irgendwie scheint der Gedanke vielen Menschen nicht angebracht zu sein – mir sind diese Bedenken auch schon durch den Kopf gegangen.

Doch dann lese ich den Monatsspruch für den Dezember 2022. Mir ist, als ob er mir jetzt schon einen Fernblick von der Höhe des Jahres auf die Zukunft Gottes gewähren will. Das Dezemberbibelwort ist zu finden beim Evangelisten des Alten Testaments; das ist kein geringerer als der Prophet Jesaja.

Im adventlichen 11. Kapitel seines Buches spricht er vom kommenden Messias, Christus, Retter der Welt und seinem Friedensreich:

Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. Jesaja 11,6 (Einheitsübersetzung)

Was für ein Bild! Was für ein Kontrast zu den täglichen Nachrichten! Was für Aussichten!

Jesaja wagt es, in Gottes Auftrag davon zu sprechen, dass schier unüberwindliche Gegensätze, tief verwurzelte (Fress-)Feindschaften und „ewige Gegner“ versöhnt beieinander sein und miteinander leben werden. Das ist schlichtweg unvorstellbar in unserer Welt, in der der Große den Kleineren frisst, der Starke den Schwächeren besiegt und die Mächtigen ihr unheiliges Spiel mit den Schwachen treiben.

Wie sollen diese altbekannten und altgewohnten Abläufe überwunden werden?

Durch einen noch Stärkeren, der die Starken und die Schwachen zwangsbefriedet – zum Frieden zwingt?

Nein!

Jesaja sieht Wolf und Lamm, Panther und Böcklein … nicht miteinander erneut geknechtet, sondern zusammen weiden und ein kleiner Junge leitet sie.

Gott selbst kommt, wird Mensch, ein kleiner Junge – zunächst – in dieser Welt der Gegensätze, Feind- und Gegnerschaften.

Daran denken wir im dunklen November, das feiern wir im lichten Advent und im festlichen Licht von Weihnachten.

Jesaja spricht von der Zukunft Gottes in Worten der Gegenwart: … findet … liegt … weiden … leitet. So sicher, so gewiss ist er sich der kommenden Zeit Gottes, dass er ganz gegenwärtig davon spricht, als wär’ alles schon da, obwohl die Verhältnisse seiner Zeit denen der unseren in vielem ähnelten!

So sicher und gewiss können auch wir durch unsere Gegenwart gehen!

Nicht mit einem „vielleicht wird alles einmal besser“, sondern mit einem zuversichtlichen „Der Mensch findet Schutz bei Gott, der Feind liegt beim Kontrahenten. Schwacher und Starker essen gemeinsam, ein großer Herr leitet sie!

Das ist die Wirklichkeit, auf die wir zugehen, und die für uns schon ganz gegenwärtig sein will!

Mit diesem Bild, diesem Kontrast und diesen Aussichten können wir zuversichtlich durch die dunklen Wochen und Zeiten gehen und uns auf Advent und Weihnachten freuen.

Also: Lasst uns fröhlich – und vielleicht bedächtiger, verständiger als sonst – auf die vor uns liegende festliche Zeit freuen und unsere Wohnungen, Fenster und Gärten mit Lichtern schmücken.

Denn so ist Gottes Zukunft und Gegenwart für uns: Voller Frieden im Reich des Friedefürsten, voller Licht bei dem, der das Licht der Welt für uns geworden ist! Freut Euch!

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