Auf ein Wort

Leitartikel aus unserem Gemeindebrief für Januar/Februar 2022

von Jonathan van Veldhuizen


Die Jahreslosung 2022 lautet :

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Joh. 6, 37

Jahreslosung2022
                    Foto: Irene Mühlhoff


Verbot für Fahrzeuge aller Art! Das bedeutet das rot umrandete, runde und weiße Schild. Darunter eine Ausnahme: Anlieger frei.

„Wer ist ein Anlieger?“, habe ich früher meinen Vater gefragt.

„Das ist jemand, der ein Anliegen in dieser Straße hat. Und wir haben eins.“

Damit fuhren wir durch die gesperrte Straße.

Die große Brücke über den Fluss zur Stadt wurde nämlich gerade repariert. Und das seit mehreren Wochen. Der gesamte Verkehr wurde über die nächste Brücke weitergeleitet. Dieser Weg führte über viele kleine Dörfer und schlechte Straßen und wurde vom gesamten Verkehr der Bundesstraße genutzt. Alle, die in unserem Dorf wohnten, kannten aber einen Schleichweg: in der Nähe unseres Hauses gibt es eine weitere Brücke und einen Weg durch den Wald, wodurch man schnell in die Stadt kommt. Der Weg war aber durch ein oben beschriebenes Schild versperrt.

Das kümmerte die Bewohner nicht, bis die Polizei Wind davon bekam und aktiv den Wald kontrollierte. Jetzt hatten wir in unserer kleinen Baptistengemeinde in der Stadt Mitglieder der Stadtverwaltung sitzen. Mein Vater und andere aus unserem Dorf erzählten von dem Problem und sie konnten es tatsächlich erwirken, dass für die Dauer der Baustelle das Verbotsschild entfernt wurde. So konnten wir doch durch den eigentlich verbotenen Waldweg zu unserem Ziel kommen.

„Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Joh. 6,37)

Diese neue Jahreslosung ist eine Einladung an uns, zu Jesus zu kommen. ER ist der Weg (Joh. 14,6). Vorher war dieser Weg verboten und die Kontrollen schnappten jeden, der versuchen wollte durchzukommen. Anders als bei mir in der Heimat gibt es hier aber keine Umleitung: Der Weg ist gleichzeitig auch die einzige Möglichkeit, in die Stadt, d.h. den Himmel, zu kommen.

Da können wir von Glück reden, dass wir auch Kontakte in die Stadtverwaltung haben: Wenn wir mit dem Kontakt (Jesus) reden und unser Anliegen vortragen, wird er gnädig sein und den Zugang zur Stadt freigeben. Ist das nicht schön? Das Verbotsschild gilt dann nicht mehr für uns! Wir sind „Anlieger“ die autorisiert sind, diesen Weg zu benutzen! So können wir an den Kontrollen vorbei, ohne Angst zu haben!

Diese frohe Botschaft stößt sowohl heute als auch im Johannesevangelium auf wenig offene Ohren. Die Menschen sind zuerst begeistert, als sie vom Brot des Lebens hören, das ihnen Jesus anbietet. „Herr, gib uns allezeit dieses Brot!“ (Joh. 6,34) rufen sie. Kein Wunder! Gibt es denn einen Menschen, der sich nicht den Himmel wünscht? Ewiges Leben! Den ganzen irdischen Hunger und alle deine Verlangen werden durch dieses Brot gestillt! Dieses Wasser stillt all deinen Durst, deine Sehnsüchte! Wo kann man dieses Brot bekommen? Immer her damit!

Jesus sagt ihnen: „ICH BIN das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.“ (Joh. 6,35)

Stille.

Ist das nicht eine tolle Einladung? Jesus empfängt alle mit offenen Armen und gibt das Brot des Lebens. Die Straße zum Himmel ist offen! Dein Anliegen wurde gehört!

Aber statt sich zu freuen, murren die Menschen: „Wer ist das überhaupt? Wieso traut er sich, so etwas zu sagen? Ist er nicht der Zimmermannssohn von nebenan? Er ist doch ein Mensch wie du und ich.“ (siehe Joh. 6,41-42)

Dieses Argument gilt bis heute. „Wieso sollte ich mir von Jesus etwas sagen lassen? Wer ist er überhaupt?“ Statt zu ihm zu kommen und es selber herauszufinden, bleibt man beim Murren und Diskutieren. Es bleibt beim „interessant“, „spannender Ansatz“ und „hat was“ aber es wird nicht konkret. Sie kommen nicht zu ihm. Sie möchten gerne das Heil, sind aber nicht bereit, den Heiland anzunehmen.

So erfüllt sich schon, was in Johannes 1 Vers 11 anklang: „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an …“

Gott sei Dank endet die Geschichte aber nicht an diesem Punkt, denn „… so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben …“ (Joh. 1,12). Es gibt einige, die Jesu Worte gehört haben und die Einladung annehmen. Die mehr herausfinden möchten. Und die die gute Botschaft sehen, als das, was sie ist: eine frohe Botschaft! Das Reich Gottes ist nahegekommen! Der Weg ist offen! Jeder kann „Anlieger“ sein! Nicht nur die Gerechten, die Reichen und die Guten. Nein, sogar der erbärmlichste Abschaum, die Sünder, die Mörder, die Diebe, die Versager und die Verlierer. Sogar du und ich.

Für Jesus zählt das nicht mehr. Denn er sagt, dass er niemanden abweisen, niemanden hinauswerfen wird. Egal was du getan hast, egal was für Sünde, was für Fehler. Egal wer du bist. Wer zu Jesus kommt, wird nicht abgewiesen werden.

Gottes Wille ist es, dass niemand verloren geht. Dass jeder, der seinen Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben bekommen wird.

Wenn wir zu dieser Stadtverwaltung kommen, werden wir nicht abgewiesen. Wir bekommen eine Autorisierung, diesen Weg zu benutzen. Das Verbot zählt nicht mehr für uns, denn wir sind Anlieger.