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Auf daß sie eins seien

Aus der Geschichte der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Velbert

Von Wilhelm Schmitten

Liebe Brüder, liebe Schwestern, bei dem Gesangsgottesdienst im März, hat Bruder Wingenroth angedeutet, daß die Gemeinde Velbert ihre 100-Jahr-Feier feiern kann. Es war vorgesehen, daß ich an diesem Tage einen Geschichtsbericht über diese 100 Jahre geben sollte. Ich war aber damals im Krankenhaus und will nun heute diesen Bericht nachholen. Im allgemeinen sind wir ja alle, besonders die Jugend, ziemlich geschichtslos. Aber ich denke, es ist gut, wenn wir etwas Geschichte treiben.
An den Anfang stelle ich einen Bibelvers aus 5. Mose 32,7. "Gedenke der vorigen Zeit bis daher und betrachte, was er getan hat an den alten Vätern. Frage deinen Vater, der wird es dir verkünden; deine Altesten, die werden es dir sagen".

Alle wissen wir ja, daß die hiesige Gemeinde aus zwei Kreisen entstanden ist, und zwar aus dem früheren Bund freikirchlicher Christen, oder kurz BfC bzw. Christliche Versammlung, und der Baptisten-Gemeinde.
Der Zusammenschluß fand am 13. April 1941 statt.

Zuerst nun etwas aus der Geschichte der Christlichen Versammlung.

Der Anfang als Stubenversammlung

Vor ca. 100 Jahren, 1870 oder 1871, das genaue Datum ist nicht bekannt, weil schriftliche Unterlagen nicht vorliegen, begann in Velbert die Christliche Versammlung, und zwar als Stubenversammlung in der Wohnung von Geschwister Wilhelm Erbach, Friedrichstr. 176, meinem Elternhaus gegenüber.
Bruder Erbach ist der Großvater von Schwester Else Erbach und Schwester Elli Metz. Bruder Erbach wurde 1839 geboren und ist 1911 heimgegangen.
Einige Namen der ersten Geschwister: Wilhelm Erbach, Becher (Verwandter von Bauunternehmer Wilhelm Krieger), Möhlenkamp; 1876 kamen hinzu Fritz Mauermann, der Vater unseres Bruders August Mauermann, der noch unter uns ist; Wilhelm Hornscheidt, der Vater unseres Bruders Emil Hornscheidt, geboren 1850, heimgegangen 1930.

In der Wohnung von Bruder Hornscheidt bzw. in den Geschäftsräumen der damaligen Stadtkasse (Bruder Hornscheidt war Stadtrentmeister hier in Velbert) waren dann die Versammlungen. In dieser Zeit kamen hinzu: Heinrich Seibel, der Vater unserer Schwester Erna Seibel, Hugo Mauermann, Vater unserer Schwestern Hilde und Elfriede Mauermann, die jetzt beide verheiratet sind; Hermann Kemmann, Gustav Vogelbusch, der Schwiegervater unserer Schwester Margarete Vogelbusch; und August Engels, der Vater unseres Bruders Karl Engels. Von Kurze Straße 4, da waren die Geschaftsräume, zog man dann gegenüber, well es zu klein dort wurde, in einen Saal der Wirtschaft Becker, I.Etage, und imJahre 1893, wurde ein Saal im Wohnhaus von Geschwister Hornscheidt eingerichtet, Parterresaal, der später durch einen Anbau erweitert wurde. Hier versammelten wir uns 19 Jahre lang. lch bin dort zur Sonntagschule gegangen von 1898 bis 1906.

Endlich ein eigenes Haus

Die Geschwisterzahl stieg an und lag auf 100 und nach mehreren Jahren auf 200 Glieder, so daß auch der vergrößerte Saal in der Kurze Straße zu klein wurde. Unsere Väter entschlossen sich, ein eigenes Versammlungshaus zu bauen und kauften vom Hotelier Stüttgen hier dieses Grundstück, auf dem dieses Gebäude steht, und errichteten ein Versammlungshaus, das im Jahre 1912 eingeweiht und bezogen wurde. Damals war unsere Freude groß, endlich ein eigenes Haus zu besitzen. Prediger gab es in der Christlichen Versammlung nicht. Der Wortverkündigungsdienst wurde in der Hauptsache durch Bruder Wilhelm Hornscheidt und Bruder August Engels versehen. Ferner auch durch Reisebrüder, wie wir sie nannten, die jahrlich einmal uns besuchten und Hausbesuche machten. 1930 verlegte Bruder August Spade seinen Wohnsitz von Wiehl nach Velbert und diente uns oft. 1948 ist Bruder Spade heimgegangen.

Das entscheidende Jahr

In den 25 Jahren ab 1912 stieg die Zahl der Geschwister auf etwa 300 Glieder. Ein entscheidendes Jahr für die Christliche Versammlung war das Jahr 1937. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf uns das Verbot der Hitler-Regierung am 28. April 1937. Ein denkwürdiger Tag! Das Versammlungshaus, das weiß ich noch, wurde von der Gestapo versiegelt. Wohin sollten wir jetzt gehen? Wir glichen einer versprengten Schafherde und fragten uns alle, warum uns, gerade die Christliche Versammlung und nicht die Freie Gemeinde oder einen anderen christlichen Kreis das Verbot getroffen hatte. Nach und nach wurde uns jedoch immer klarer: Es ist Gottes Sprache - und auf diesen Punkt komme ich später noch einmal zurück.
Inzwischen gelang es mit Gottes Hilfe, viel wurde dafür gebetet, daß durch die Vermittlung von Bruder Dr. Hans Becker in Kettwig die Genehmigung von neuen Zusammenkünften unter bestimmten Voraussetzungen erteilt wurde. Wir sollten durchschaubar werden. Wir mußten Gemeindemitgliederlisten mit Namen einreichen und von jeder Gemeinde mußte ein verantwortlicher Mann, Ortsbeauftragter damals genannt, ernannt werden. Hier in Velbert fiel die Wahl auf mich. Mit schwerem und bangem Herzen nahm ich damals dieses Amt aus Gottes Hand. Am 20. Juni 1937, also nach 8 Wochen, hatten wir wieder die erste Versammlung. Eine kleine Schar hatte sich zu einer ergreifenden Stunde zusammengefunden, in der manche Trane geflossen ist. Einige Namen, der ersten Geschwister, die die erforderliche Beitrittserklärung unterschrieben haben: Walter und Emma Busch, Konrad Clabes, Anna Clabes, Walter und Alida Engels, Walter und Helene Fischer, Robert und Emilie Hackenberg, Fritz und Emilie Hackenberg, Hugo und Adele Hackenberg, Wwe. Martha Hackenberg, Wwe. Katzer, Anna Krause, Emmi und Else Mauermann, Paul und Elli Metz, Paul Saalmann, August und Klara Spade, Ernst und Elfriede Specht, Wwe. Emma Schmitten, Elfriede Schmitten, Johannes und Helene Tapper, Walter Tillmanns, Johannes und Sybille Weber und meine Frau Martha und ich.

Freundesbande zerrissen

Langsam vermehrte sich die Zahl, doch etwa ein Drittel der damaligen Geschwister, ca. 100, glaubten den neuen Weg nicht mitgehen zu können. Wir haben damals alles versucht, damit es nicht zu einer Trennung kam, aber leider vergebens. Das war sehr schmerzhaft, denn es wurden manche Familien und Freundesbande zerrissen. Diese Geschwister versammeln sich jetzt in der Schillerstraße. Für uns jedoch, die wir glaubten das Reden Gottes verstanden zu haben, gab es keinen Weg in die frühere Enge mehr zurück.

Nachbarschaft in der Offerstrasse II

Nun zum geschichtlichen Werdegang unserer früheren baptistischen Geschwister bis zu unserer Vereinigung:
Hervorgerufen durch eine Erweckungsbewegung um die Jahrhundertwende entstand eine kleine Gemeinde, die sich in der Offerstraße, im jetzigen Schwesternhaus versammelte. Einige Namen:
August Rees, August vom Hof, Schwalfenbergs, Bleibtreu, August Kurz, der Vater von unserem Bruder Hugo Kurz. Die meisten Geschwister dort erkannten die Glaubenstaufe an. Prediger damals war Bruder Wesser, Vater unserer Schwester Frau Dr. Kroll (Anmerkung: August Wesser wohnte 1897 - 1909 in Velbert. Standesamtlich beurkundeter Beruf: Prediger, mit dem Vermerk "christlicher Dissident"). Nach einigen Jahren kam es zur Trennung. Der größere Tell ging zur Ackerstraße. Das Gemeindehaus nannte man damals "Bethanien".
(Anmerkung: Die sich neu bildende Freie Evangelische Gemeinde erwarb 1906 an der Ackerstraße ein Versammlungslokal. Die Ackerstraße existiert heute nicht mehr. Das Gemeindehaus "Bethanien" ist nicht zu verwechseln mit dem Gemeindehaus der Baptisten 1930, das ebenfalls "Bethanien" genannt wurde. Möglicherweise stießen die, die sich trennten, zu einer bereits bestehenden Gemeinschaft "Bethanien".)
Damals entstand die Freie evangelische Gemeinde. Der kleinere Kreis unserer baptistischen Geschwister blieb in der Offerstraße zurück.

In diesen Kreis kam 1913 unser Bruder AIbert Maue. Einige Zeit später Bruder Putzer, Vater von Schwester Paukstadt, Hugo Kurz, Fritz Steinbeck, Neuwians. Von der Baptisten-Gemeinde Elberfeld, Rolandstraße wurde die kleine Schar mit Liebe betreut. Prediger Merten (Dienstzeit in Elberfeld: 1902 - 1908) und später Prediger Wupper ( 1908 - 1922) taten einen segensreichen Dienst.
1920 wurde Bruder Schulz, der heimgegangen ist, als erster Prediger nach Velbert berufen. Damals stand das Haus in der Offerstraße zum Verkauf. Bruder Maue und Bruder Kurz, damals jüngere Brüder, hatten den Kauf gewagt, doch die älteren Brüder hatten wegen des Kaufpreises Bedenken und so wurde das Haus dort nicht gekauft. So mußten sie dort räumen, versammelten sich vorübergehend in einem Schulzimmer in der Volksschule Sontumer Straße, zogen dann in der größten Not in die Poststraße, in ein Hinterhaus der Wirtschaft Ottingen, zwei Räume.
Ca. 40 Geschwister standen dort treu zusammen. In dieser Zeit kamen hinzu Gustav und Paul Krüger, Willi Schumacher. Bruder Schulz folgte einem Ruf an die Gemeinde Hannover-Linden. Der Dienst der Wortverkündigung wurde von Bruder Maue versehen. Er wurde jedoch nicht allein gelassen. Die Prediger der Hauptgemeinde Elberfeld kamen des öfteren hier nach Velbert (Hermann Brand 1922 - 27, Prediger Soltau 1927 - 33, Richard Diabo 1933 - 43).
Mittlerweile wurden die Räume in der Poststraße zu klein und man entschloß sich 1930, das Haus Ecke Neu-, Schwanenstraße - das Haus steht jetzt nicht mehr - zu kaufen. Über der Kanzel stand das Wort: "Wir haben einen Gott, der da hilft". Prediger Schulz hielt die Festpredigt über das Bekenntnis des Jakobs, " wie heilig ist diese Stätte". In dem neuen Gemeindehaus konnte die Gemeinde sich stetig weiterentwickeln. Die Gliederzahl stieg auf etwa 90 im lahre 1941.

Verzeihung wegen unbrüderlichen Verhaltens

Das war in groben Zügen die geschichtliche Entwicklung der beiden Gemeinden bis zur Vereinigung im Frühjahr 1941.

Wie kam es zum Zusammenschluß ?

Drei Anlasse möchte ich nennen, die wesentlich dazu beigetragen haben:
1. Einigen Älteren unter uns ist der Name Major Ernst Lange noch in Erinnerung, der kurze Zeit am Anfang des 2. Weltkrieges hier wohnte und bei der Firma August Engels beschäftigt war. Er war ein Vorkämpfer für die Einheit der Kinder Gottes und hatte manches gute Gespräch mit uns und auch mit Bruder Maue.
2. Ein Besuch bei Bruder Albert Maue im Jahre 1938, also ein Jahr nach dem Verbot der Christlichen Versammlung - die Brüder August Spade, Walter Engels und ich machten diesen Besuch. Diese drei Brüder machten diesen Besuch nicht nur bei Bruder Maue, sondern bei alIen führenden Brüder der anderen freikirchlichen Gemeinden, und zwar war es ein Besuch, bei dem wir die Brüder um Verzeihung baten wegen unseres bis dahin unbrüderlichen Verhaltens ihnen gegenüber.
Wir hatten an keiner Allianz-Veranstaltung bis dahin teilgenommen. Diese Aussprache hat damals unseren Bruder Albert Maue tief beeindruckt.
3. Ausschlaggebend für den Zusammenschluß war selbstverständlich die Vereinigung der beiden Gemeinden, Baptisten und BfC, auf der Berliner Konferenz im Februar 1941, an der ich auch teilnehmen durfte.

Dem Frieden nachjagen

Darf ich jetzt noch einmal an die entscheidende Brüdersitzung im Frühjahr 1941 in der Wohnung von Bruder Maue erinnern. Wie begann sie ? Bruder Maue hatte sich vom Herrn erbeten, bei Beginn den Psalm 133 zu lesen. Er schlug die Bibel auf und da sagte ihm eine innere Stimme: Lies nichts, sondern gib Bruder Schmitten die Bibel! Und da schlug ich auf Psalm 133! Wir hatten das vorher nicht abgestimmt.
Was steht im Psalm 133 ? "Wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. Denn daselbst verheißt der Herr Segen und Leben immer und ewiglich."
Das gab der Besprechung den besten Auftakt und führte zu dem einmütigen Beschluß des völligen Zusammengehens. Wie wichtig ist doch, liebe Geschwister, Friede und Eintracht in der Gemeinde. Satan, der Durcheinanderwürfler, hat es immer nur auf Unfrieden und Uneinigkeit abgesehen und will nur zerstören.

Der Herr wolle uns helfen, daß wir immer dem Frieden, der so leicht davonweichen will, wie die Schrift sagt, "nachjagen".

Bereicherungen und Umstellungen

Was war nun die Folge dieses Beschlusses ? Unsere früheren baptistischen Geschwister verkauften ihr so lieb gewordenes Gemeindehaus in der Schwanenstraße und kamen zu uns hier in die Hofstraße. Das war ein groBes Opfer für sie, das sie aus Liebe gebracht haben. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit feierten sie mit uns an jedem Sonntag das Mahl des Herrn. Das war eine starke Umstellung für sie. Doch mit der Zeit ist es ihnen, denke ich, wenigstens bei vielen, zu einem inneren Bedürfnis geworden.

Was mußten wir als der frühere BfC-Kreis von den Baptisten lernen ?

Einmal, der starke missionarische Wille, die Anteilnahme an der Mission, dann die öffentliche Taufe. Wie ist sie uns doch alIen jedes Mal so groß! Welch segensreiche Feierstunden sind es jedes Mal, wenn wir Taufe haben, wenn wiedergeborenen Menschen vor Gott und der versammelten Gemeinde ihr Bekenntnis ablegen. Und wie ging es mit dem Liederbuch, dem Charakteristikum jeder Gemeinde ? Wir einigten uns in dieser ersten Brüderstunde bei Bruder Maue in Liebe auf das Singen in den Geistlichen Liedern an den Sonntagvormittagen und auf das Singen aus der Glaubensstimme an den Sonntagnachmittagen bzw. -abenden und in den Bibelstunden. Sind wir da nicht verkürzt worden ? Nein, im Gegenteil. Beide Kreise wurden bereichert.

Ein neues Gemeindehaus

Mit 204 Geschwistern vom BfC und 88 Geschwistern von den Baptisten fingen wir am 13.April 1941 als Evangelisch- Freikirchliche Gemeinde ein Neues an. Von den 291 Gliedern sind im Laufe der 30 lahre weit über die Hälfte heimgegangen und verzogen und über 300 Glieder sind in dieser Zeit hinzugekommen. Durch das Wachsen der Gemeinde wurde der alte Gemeindesaal zu klein.

Viele erinnern sich noch, wie eng wir damals in den Bänken saßen. Eine Feier wie heute nachmittag wäre in dem früheren Saal gar nicht möglich gewesen. Er war viel zu klein. Für dieJugend und für die Sonntagschule waren keine zweckentsprechenden Räume vorhanden. Dann entschlossen wir uns zum Neubau.
Das Planen dauerte mehrere Jahre. Doch endlich, Ende 1962, war es soweit. Der alte Gemeindesaal wurde abgerissen. Doch wo blieb die Gemeinde ? Gott kam uns wunderbar zu Hilfe und zeigte uns nach vielem Beten einen Ausweg. Die Stadt Velbert stellte uns für die Zeit unseres Um- bzw. Neubaus geeignete Räume in einer leerstehenden Fabrik in der Oststraße zur Verfügung (das Gebäude ist inzwischen abgerissen), mietfrei. Unsere erste Versammlung dort war am 11. November 1962. Wie waren wir so froh, daß wir dort alle unsere Versammlungen und Jugendstunden ungestört halten konnten.

Hier in der Hofstraße begann das Ausschachten. Wegen des starken Frostes damals mußten die Arbeiten ein viertel Jahr ruhen. Doch im Frühjahr 1963 ging die Arbeit rüstig weiter. Am 19. April 1964 konnten wir unser neues Gemeindehaus hier einweihen.

Das war ein denkwürdiger Tag für die Gemeinde, ein Tag voller Festfreude. Das Haus was so schön geworden. Wir als Brüder waren über dem Bauen nicht auseinandergekommen, wie das manchmal geschieht, sondern in der Bruderschaft noch mehr und fester zusammengewachsen. Auch die große Spendenfreudigkeit beweist das. Wir haben ja jetzt keine Schulden mehr auf unserem Haus. Bruder Dr. Tauth und Bruder Dr. Martin Metzger waren unsere Festredner damals. Am Einweihungstage waren hier im Hause etwa 650 - 700 Personen. Wieviel Freude hat uns der Herr in den vergangenen Jahren in diesem neuen Hause geschenkt. Wir wollen nicht vergessen, IHM immer wieder dafür zu danken.

Das übernommene Erbe treu verwalten

Die ersten Jahre unseres Zusammengehens waren nicht so ganz einfach. Wir mußten uns aneinander gewöhnen und kennenlernen.
Die Liebe wurde manchmal auf eine Probe gestellt. Doch das Seil der Liebe hat gehalten. Seit Dezember 1948 ist Bruder Erich Wingenroth bei uns. lch denke, wir wollen ihm an dieser Stelle nochmals herzlich danken für all seinen treuen Dienst in diesen vielen Jahren. Eine große Hilfe in der Gemeindearbeit. besonders in einer großen Gemeinde, ist die Gemeindeschwester. Wir können uns die Gemeinde ohne Schwester überhaupt nicht mehr denken. 10 Jahre war Schwester Erna bei uns. Am 17. Oktober 1966 ist sie heimgegangen im Altenheim Ronsdorf. 13 Jahre tat Schwester Elisabeth Brockhaus einen aufopfernden Dienst unter uns. Sie ist am 14. Juni 1964 heimgegangen, Wir erinnern uns dankbar der beiden Schwestern. Seit Juni 1963 ist Schwester Hanna Birke bei uns, betreut Kranke und Alte.

Zurückblickend auf 30 Jahre gemeinsamen Wanderns als Gemeinde wollen wir den Herrn rühmen und preisen für seine Treue und wundersame Hilfe und vor alIen Dingen auch dafür, daß ER uns in diesen Jahren zu einer Gemeinde zusammengeschlossen hat, die sich liebt und füreinander da ist. 30Jahre hat es mit dem Herrn gut gegangen.Wir wollen bitten, daß es auch in den kommenden Jahren weiter so sein wird. Bruder Wingenroth und ich, der ich fast 35 Jahre die Verantwortung getragen, werden in nächster Zeit aus unseren Ämtern scheiden. Wir wollen da nicht traurig und verzagt werden, Wir wissen doch, Jesus Christus ist der Herr der Gemeinde. Auch dieser Gemeinde hier in Velbert. Er wird sie bauen und er wird auch uns wieder jüngere Brüder schenken, die diesen verantwortungsvollen Dienst auch weiter tun und das von ihren Vorgängern übernommene Erbe treu verwalten zum Segen der Gemeinde.

lch denke, ich darf das wohl im Namen aller sagen: Der Herr hat unseren Zusammenschluß bestätigt. Wir sind nicht verkürzt, sondern bereichert worden. Wir haben, wenn auch in bescheidenem Maße, den Wunsch des Herrn in dem hohenpriesterlichen Gebet, Johannes 17, erfüllt: ..."auf daß sie alle eins seien, auf daß die Welt erkenne, du habest mich gesandt."



Hier sieht man das im Jahre 1912 von der Christliche Versammlung erbaute Haus an der Hofstraße. Heute steht an dieser Stelle das größere Gemeindehaus Hofstraße.



Bald kann das Versammlungshaus an der Hofstraße in den Dienst genommen werden ( 1912)
vorne links: Wilhelm Schmitten


1963: Der Rohbau des Gemeindehauses HofstraBe ist fertiggestellt.
Vorne 2. v. r: Albert Maue (Ältester), 2. Reihe 3, v r.: Otto Barthel (Architekt),
Vorne 3. v, r,: Erich Wingenroth (Pastor), daneben: Wilhem Schmitten (Ältester)



1930 zog die Baptistengemeinde in ihr Haus an der Schwanenstraße ein.
Sie nannte es Haus "Bethanien".
In der ersten Etage waren die Gemeinde-, Jugend- und Nebenräume.
Ganz in der Nähe, in der Hohenzollernstraße, wohnte die Kastellansfamilie,
2. Haus von rechts; im Hintergrund rechts das Haus "Bethanien".


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